Hühnergrippe, was bedeutet das?

Allgemeines und Klinik zur Geflügelpest:
Vermutlich sind alle Vogelspezies empfänglich für eine AIV Infektion; bei Wildvögeln treten jedoch nur selten Erkrankungen auf. Auch die Geflügelarten erkranken nicht einheitlich. Hochempfänglich sind Hühnervögel, vor allem Puten und Hühner; bei ihnen kann die Mortalität nach Infektionen mit HPAIV bis 100 % betragen. Puten zeigen nicht selten auch bei Infektionen mit LPAIV klinische Symptome.

Die Hauptsymptome der durch HPAIV ausgelösten Geflügelpest sind zunächst ein drastischer Rückgang des Futterverbrauchs bei ansteigendem, später nachlassendem Wasserbedarf, dann Apathie, Atemnot, Ödeme der Kopfregion, Zyanose und Ödeme der Kopfanhänge, Durchfall, hohe Mortalität, bei Legetieren Einbruch der Eiproduktion. Oft sterben die Tiere auch ohne vorherige klinische Symptome binnen 24 - 72 Stunden nach Infektion. Häufig wird von einer ungewöhnlichen Stille („cathedral silence&ldquoWinking in von HPAI betroffenen Beständen berichtet. Bei der Sektion verendeter Tiere können gelegentlich Hämorrhagien auf den Serosen, im Drüsenmagen u. a. Organen, Pankreasveränderungen sowie bei Legetieren hämorrhagische Eierstockentzündung und Dotterperitonitis beobachtet werden. Weder klinisches Bild noch Sektionsbefund sind pathognomonisch. Wassergeflügelarten zeigen oftmals weniger stark ausgeprägte Krankheitserscheinungen und einen protrahierten Verlauf, in dem nicht selten auch zentralnervöse Störungen zu beobachten sind. Differentialdiagnostisch sind u.a. Newcastle Krankheit (engl. ‚Newcastle Disease‘, ND), Geflügelcholera und akute Vergiftungen abzuklären.